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Kanna und Afrikanische Traumwurzel auf der Fensterbank

Zwei Pflanzen aus Südafrika: Kanna wächst im Winter und ruht im Sommer, die Traumwurzel blüht abends und duftet. Aussaat, Standort und Pflege in Deutschland.

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Kanna samen - Sceletium tortuosum 10 samen

Kanna und die Afrikanische Traumwurzel stammen beide aus Südafrika, verhalten sich auf der deutschen Fensterbank aber ganz verschieden. Kanna ist eine kleine Sukkulente aus dem Winterregengebiet, die im Herbst, Winter und Frühjahr wächst und im Sommer Pause macht. Die Traumwurzel ist eine robuste Staude, die sich im Garten selbst aussät. Beide lassen sich aus Samen ziehen, und für beide ist der Herbst eine gute Aussaatzeit.

KannaAfrikanische Traumwurzel
Botanischer NameSceletium tortuosumSilene undulata (im Handel Silene capensis)
FamilieMittagsblumengewächseNelkengewächse
Wuchskriechend, sukkulente Blätterklebrige Staude bis 60 cm
Blüteweiß bis blassgelb, 2 bis 3 cmweiß oder rosa, öffnet abends und duftet
AussaatHerbst oder Spätwinter, drinnenHerbst oder Frühjahr
Standortsonnige Fensterbanksonnig, durchlässiger Boden
Samen bei Avalon10 Samen10 Samen

Kanna: eine Sukkulente, die im Winter wächst

Sceletium tortuosum wächst in Südafrika vom Namaqualand bis nach Montagu und Aberdeen, oft auf Quarzflecken im Halbschatten von Sträuchern. Die Pflanze kriecht oder klettert, die Blätter speichern Wasser und haben nach innen gebogene Spitzen. Alte Blätter vertrocknen zu einem hellen Gerippe, das die jungen Blätter in Trockenzeiten schützt; daher der Gattungsname, der sich auf ein Skelett bezieht. In England wird Kanna seit 1732 kultiviert.

Das Südafrikanische Nationale Biodiversitätsinstitut (SANBI) beschreibt sie außerhalb ihrer Heimat als leicht zu kultivieren: im Topf auf einer sonnigen Fensterbank, in poröser, etwas lehmiger Erde. Sie wächst im Herbst, Winter und Frühjahr und ruht im Sommer. In der Ruhezeit wird nicht gegossen. Eine Pflanze lebt etwa drei bis fünf Jahre. Stecklinge bewurzeln leicht in Sand, Samen keimen dagegen nicht immer zuverlässig.

So wird's gemacht

  1. Im September oder Oktober, alternativ im Februar, eine Schale mit sandiger Aussaaterde füllen und anfeuchten.
  2. Die feinen Samen auf die Oberfläche streuen und nicht bedecken.
  3. Die Schale mit einer Haube oder Folie abdecken und hell und zimmerwarm stellen. Jeden Tag kurz lüften.
  4. Die Keimung kann unregelmäßig sein. Gib der Schale mehrere Wochen Zeit, bevor du aufgibst.
  5. Kräftige Sämlinge einzeln in kleine Töpfe mit einer Mischung aus Kakteenerde und etwas Lehm setzen.
  6. Ab Juni das Gießen einstellen und erst im Herbst wieder anfangen. Aus einer gesunden Pflanze lassen sich dann Stecklinge in Sand ziehen.

Im Winter steht Kanna am hellsten Fenster der Wohnung. Bei genug Licht blüht die Pflanze auch auf der Fensterbank gut. In der Sommerruhe bleibt er trocken stehen, auch wenn die Pflanze dann unscheinbar aussieht.

Afrikanische Traumwurzel: Blüten für den Abend

Silene undulata ist eine klebrige, drüsige Staude von bis zu 60 Zentimetern Höhe mit spatelförmigen Grundblättern. Ihre weißen oder rosa Blüten öffnen sich erst gegen Abend und duften dann stark. Bestäubt werden sie von Nachtfaltern mit langem Rüssel wie Schwärmern. Die Pflanze kommt im südlichen und tropischen Afrika an feuchten Hängen vor. In der Ostkap-Provinz ist sie bei den Xhosa als Ritualpflanze bekannt, und die wilden Bestände stehen durch den Handel mit den Wurzeln unter Druck. Wer sie selbst zieht, entlastet diese Bestände.

Nach SANBI keimen die Samen leicht, aber nur auf gut durchlässigem Boden. Die Pflanze soll in den USA große Hitze und auch Kälte und Schnee vertragen haben. Belastbare Angaben zur Winterhärte in Mitteleuropa gibt es nicht; in rauen Lagen ist ein Topf, der frostfrei überwintert, die sichere Wahl.

So wird's gemacht

  1. Im Herbst oder im Frühjahr in eine Saatkiste oder direkt ins Freiland säen und leicht feucht halten.
  2. Ist der Boden sehr sandig, vorher Kompost einarbeiten. Staunässe vermeiden.
  3. Wenn die jungen Pflanzen etwa 5 Zentimeter hoch sind, vereinzeln oder an ihren Platz pflanzen.
  4. Verblühte Stängel am Ende der Blütezeit abschneiden. Die Pflanze wächst locker und sieht ohne Rückschnitt schnell unordentlich aus.
  5. Samenstände rechtzeitig entfernen, wenn du keine Sämlinge im ganzen Beet haben willst.

Die kleinen grauen Samen sitzen in einer urnenförmigen Kapsel, die sich oben öffnet. Der Wind verstreut sie, und laut SANBI kann die Pflanze dadurch leicht verwildern. Ein Platz am Sitzplatz oder unter dem Schlafzimmerfenster lohnt sich wegen des Abendduftes.

Die Angaben in diesem Abschnitt stammen aus den Pflanzenporträts von SANBI (PlantZAfrica) zu Sceletium tortuosum und Silene undulata. Eine Zusammenfassung findest du auch in den Einträgen zu Sceletium tortuosum und Silene undulata.

Was das Gesetz sagt

Weder Kanna noch die Afrikanische Traumwurzel stehen in den Anlagen des Betäubungsmittelgesetzes. Auch die Inhaltsstoffe von Kanna, Mesembrin und verwandte Alkaloide, sind dort nicht aufgeführt, und das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz nennt beide Pflanzen nicht (Stand 10. Oktober 2026). Samen und Pflanzen darfst du in Deutschland kaufen und anbauen. Mehr unter Rechtslage.

Weiterlesen: die Pflanzenwahl mit allen Aussaatzeiten, das Kräuterbeet und Lotus aus Samen.

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