Wermut, Weißer Salbei und Ashwagandha teilen sich in Deutschland denselben Platz: volle Sonne, durchlässiger Boden, wenig Wasser. Sie unterscheiden sich aber darin, wie sie den Winter überstehen. Wermut ist eine europäische Staude und bleibt draußen. Weißer Salbei aus Kalifornien überwintert besser im Topf unter Dach. Ashwagandha erfriert und wird bei uns jedes Jahr neu gesät.
| Wermut | Weißer Salbei | Ashwagandha | |
|---|---|---|---|
| Botanischer Name | Artemisia absinthium | Salvia apiana | Withania somnifera |
| Familie | Korbblütler | Lippenblütler | Nachtschattengewächse |
| Höhe | bis 150 cm | unter 1 m | 35 bis 75 cm |
| Vorkultur | ab März | März bis April | Februar bis März |
| Keimtemperatur | Zimmertemperatur | 20 bis 30 °C | um 30 °C |
| Winter | winterhart | frostfrei und trocken | nicht frosthart, einjährig |
| Samen bei Avalon | 20 Samen | 20 Samen | 20 Samen |
Wermut: die Staude, die sechs Jahre bleibt
Wermut ist ein ausdauernder Halbstrauch mit silbergrauen, fein gefiederten Blättern, der bis 150 Zentimeter hoch wird und von Juli bis September grünlich-gelb blüht. Die Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft beschreibt ihn als Pflanze mit großer ökologischer Streubreite. Am besten wächst er auf nährstoff- und kalkreichen Böden in warmen, mäßig trockenen Lagen; auch höhere Lagen sind geeignet. Ein Bestand lässt sich sechs bis acht Jahre nutzen.
Die Samen sind sehr klein: Tausend Körner wiegen nur 0,07 bis 0,09 Gramm. Für die Direktsaat ins Beet sind sie deshalb ungeeignet.
So wird's gemacht
- Im März in Anzuchterde säen und die Samen nur andrücken, nicht mit Erde bedecken.
- Feucht halten und hell stellen, bis die Sämlinge zwei bis vier echte Blätter haben. Dann einzeln in kleine Töpfe setzen.
- Ab April auspflanzen, mit 30 bis 40 Zentimetern Abstand in der Reihe und 50 bis 70 Zentimetern zwischen den Reihen.
- Wegen der langen Standzeit lohnt sich vor der Pflanzung eine kräftige Gabe Mist oder Kompost.
- Ab dem zweiten Jahr lassen sich Blätter und blühende Triebspitzen im Juli und August schneiden.
Die Abstände und Termine folgen dem Anbauverfahren Wermut des sächsischen Landesamts. Als Schaderreger nennt es Falschen und Echten Mehltau, Rost, Blattläuse und die Wermutmotte. Das ätherische Öl des Wermuts enthält Thujon; die Pflanze gehört deshalb nicht in Reichweite von Kindern und Haustieren.
Weißer Salbei: Kalifornien im Topf
Salvia apiana wächst an trockenen Hängen zwischen Südkalifornien und dem Norden von Baja California, unterhalb von 1.500 Metern. Der immergrüne Halbstrauch wird knapp einen Meter hoch, seine 4 bis 8 Zentimeter langen Blätter wirken durch eine dichte Behaarung fast weiß. Die Nachfrage nach getrockneten Räucherbündeln setzt den wilden Beständen in Kalifornien zu. Wer selbst sät, nimmt der Natur nichts weg.
Laut dem Pflanzenführer des US-Landwirtschaftsministeriums braucht er gut durchlässigen, eher trockenen Boden und volle Sonne. Zu viel Wasser, besonders im Sommer, bringt die Pflanze um. Zu viel Luftfeuchtigkeit oder Schatten führt zu Mehltau.
So wird's gemacht
- Im März oder April in eine Schale mit sandiger, durchlässiger Aussaaterde säen. Die Samen auf die Oberfläche drücken und höchstens hauchdünn bedecken, sie reagieren auf Licht.
- Einmal kräftig angießen, danach nur sparsam. Bei 20 bis 30 °C keimen die Samen nach zwei bis drei Wochen.
- Die Samen keimen ungleichmäßig. Nachzügler nach Wochen sind normal. Tut sich nichts, empfiehlt Avalon, eine zweite Portion vorher einen Monat feucht im Kühlschrank zu lagern.
- Nach zwei bis vier echten Blättern in Töpfe von 5 bis 10 Zentimetern umsetzen.
- Ab Mai in einen großen Topf mit magerer, sandiger Erde an den sonnigsten Platz stellen, den du hast.
In Kalifornien wird empfohlen, junge Pflanzen in kühleren Regionen erst nach einem Jahr auszupflanzen, weil die Winter dort zu hart sein können. Für Deutschland gilt das umso mehr. Nasse Füße und ein feuchtkalter Winter sind für Weißen Salbei gefährlicher als der Frost allein, schreibt Avalon in der Produktbeschreibung. Der Topf überwintert deshalb hell, frostfrei und regengeschützt, zum Beispiel in einem kühlen Treppenhaus. Die erste Blüte kommt meist im zweiten Jahr.
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Ashwagandha: ziehen wie Tomaten
Ashwagandha gehört wie Tomate und Paprika zu den Nachtschattengewächsen und wird ähnlich gezogen. Die Pflanze ist ein kleiner Strauch von 35 bis 75 Zentimetern mit mattgrünen Blättern, kleinen grünen Glockenblüten und orangeroten Beeren. In ihrer Heimat ist sie ausdauernd, bei uns verträgt sie keinen Frost und wird einjährig gezogen.
Entscheidend ist die Wärme bei der Keimung. Eine Studie der Universität für Naturwissenschaften Lublin hat das von 2021 bis 2023 für den Anbau in Südostpolen untersucht: Bei 30 °C keimten im Mittel 95,5 Prozent der Samen, bei 10 °C fast keine (0,44 Prozent). Die Forscher halten den Anbau im gemäßigten Klima Polens für gut machbar, wenn die Keimung warm genug ist (Agronomy Science).
So wird's gemacht
- Ab Mitte Februar bis Ende März drinnen in Anzuchterde säen und dünn mit Erde bedecken.
- Auf eine Heizmatte stellen oder an den wärmsten Platz der Wohnung. Ohne Wärme keimt fast nichts.
- Nach dem Auflaufen hell und etwas kühler stellen, damit die Sämlinge kompakt bleiben.
- Erst nach den Eisheiligen Mitte Mai an einen sonnigen Platz ins Beet oder in einen Kübel pflanzen.
- Im Oktober, vor dem ersten Frost, ist die Saison zu Ende.
Die Beeren und Blätter sind nicht zum Naschen gedacht. Wie viele Nachtschattengewächse gehört Ashwagandha nicht in Reichweite von Kindern.
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Darfst du das anbauen?
Ja. Wermut, Weißer Salbei und Ashwagandha stehen nicht in den Anlagen des Betäubungsmittelgesetzes und fallen nicht unter das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (Stand 10. Oktober 2026). Anbau, Kauf und Besitz der Samen und Pflanzen sind in Deutschland erlaubt. Der Weiße Salbei hat übrigens nichts mit dem Aztekensalbei Salvia divinorum zu tun, der in Anlage I des BtMG steht und den wir deshalb nicht anbieten. Mehr unter Rechtslage.
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