Lotus ziehst du in Deutschland im Kübel oder Miniteich, und die Aussaat beginnt im Frühjahr im Wasserglas auf der warmen Fensterbank. Zwei Pflanzen tragen den Namen: der Blaue Lotus, eine afrikanische Seerose, und der Heilige Lotus aus Asien. Sie sehen sich ähnlich, sind aber nicht verwandt und brauchen unterschiedliche Pflege.
| Blauer Lotus | Heiliger Lotus | |
|---|---|---|
| Botanischer Name | Nymphaea nouchali var. caerulea | Nelumbo nucifera |
| Herkunft | Nil, Ost- und Südafrika | Ostasien bis Indien und Australien |
| Blätter | schwimmen auf dem Wasser | stehen über dem Wasser |
| Aussaat | März bis April, drinnen | April bis Mai, drinnen |
| Keimen | im flachen, warmen Wasser | im Glas bei 25 bis 29 °C |
| Kälte | bis etwa -1 °C, also frostfrei überwintern | Knolle übersteht Frost unter Wasser im Boden |
| Samen bei Avalon | 20 Samen | 5 Samen |
Blauer Lotus: die Seerose vom Nil
Der Blaue Lotus ist eine ausdauernde Wasserpflanze mit einem knolligen Wurzelstock. Seine Blätter sind 8 bis 35 Zentimeter groß, die hellblauen Blüten 8 bis 12 Zentimeter. Eine Blüte öffnet sich am späten Vormittag, schließt sich in der Dämmerung und hält etwa vier Tage. Die Pflanze stammt aus dem Niltal und dem östlichen und südlichen Afrika und verträgt nach Angaben aus dem südlichen Afrika Temperaturen bis etwa -1 °C. In Deutschland ist sie also eine Sommerpflanze für draußen und eine Winterpflanze für drinnen.
Die Samen sind winzig, gut einen Millimeter lang. Sie keimen unter Wasser auf schwerer Erde, nicht in lockerer Blumenerde, die aufschwimmt.
So wird's gemacht
- Ab März eine flache Schale mit lehmiger Gartenerde oder Teicherde füllen und gut andrücken.
- Die Samen auf die Oberfläche streuen und vorsichtig Wasser einlaufen lassen, bis 2 bis 3 Zentimeter über der Erde stehen.
- Die Schale hell und warm stellen, am besten über einer Heizung oder auf einer Heizmatte. Kalte Fensterbänke im März sind zu kühl.
- Die ersten Blättchen sind dünn und unter Wasser. Sobald Schwimmblätter erscheinen, jede Pflanze einzeln in einen Topf mit Lehm setzen und etwas tiefer ins Wasser stellen.
- Ab Juni, wenn auch die Nächte warm bleiben, in einen Kübel oder Miniteich in voller Sonne umziehen.
Seerosen sind Starkzehrer. Ohne regelmäßige Düngung mit Wasserpflanzendünger in den Topf bilden sie Blätter, aber kaum Blüten. Im September, bevor es nachts kalt wird, kommt der Topf in ein helles, warmes Aquarium oder eine große Schale im Haus. Viele Pflanzen ziehen im Winter ein und treiben im Frühjahr aus der Knolle neu.
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Neben den Samen führt Avalon auch getrocknete Blüten des Blauen Lotus. Sie sind kein Saatgut; wer ziehen will, bestellt die Samen.
Heiliger Lotus: Samen mit harter Schale
Der Heilige Lotus hebt seine runden Blätter und rosa Blüten weit über das Wasser. Seine Samen stecken in einer holzigen Schale, die sie außergewöhnlich lange keimfähig hält: 1994 keimte ein etwa 1.300 Jahre alter Same aus einem ausgetrockneten See im Nordosten Chinas. Dieselbe Schale verhindert, dass ein Same im Glas von selbst keimt.
Für das Anritzen gibt die Produktbeschreibung von Avalon eine genaue Anleitung. Wir fassen sie zusammen:
So wird's gemacht
- Die runde Seite des Samens mit einer Feile oder Schleifpapier vorsichtig aufrauen, bis die helle Innenschicht sichtbar wird. Nicht tiefer arbeiten als nötig.
- Den Samen in ein Glas mit sauberem Wasser von 25 bis 29 °C legen und hell und warm stellen.
- Das Wasser täglich wechseln. Meist quillt der Same nach wenigen Tagen auf und schiebt einen grünen Trieb.
- Sobald sich das erste Blatt entfaltet, in einen Topf mit schwerem Lehm setzen, mit ein paar Zentimetern Wasser darüber.
- Warm und vollsonnig halten und den Wasserstand erhöhen, während die Pflanze wächst.
Lotus keimt erst oberhalb von etwa 13 °C. In der Wachstumszeit liegt die Tagestemperatur, die er braucht, bei 23 bis 27 °C. Ein Kübel auf einer sonnigen Terrasse oder ein dunkler Mörtelkübel, der sich in der Sonne aufheizt, kommt dem nahe. Aus Samen gezogene Pflanzen blühen meist erst in der zweiten Saison.
Wie der Lotus über den Winter kommt
Der Heilige Lotus ist härter als sein Ruf. Die Knollen vertragen Temperaturen unter null, solange sie unter Wasser in der Erde liegen. Trocken und an der Luft erfrieren sie. In milden Lagen bleibt ein tiefer Kübel deshalb draußen, wenn das Wasser bis zum Boden nicht durchfriert. Sicherer ist ein frostfreier, dunkler Platz, etwa eine Garage, in dem der Kübel feucht bleibt. Wer die Knollen herausnimmt, bettet sie in einen Karton mit feuchtem Perlite oder Vermiculit. Diese Angaben stammen aus dem Eintrag zu Nelumbo nucifera.
Der Blaue Lotus verträgt das nicht. Er überwintert im Haus, hell und warm.
Was du rechtlich wissen musst
Weder der Blaue noch der Heilige Lotus steht in den Anlagen des Betäubungsmittelgesetzes oder des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes. Anbau, Kauf und Besitz sind in Deutschland erlaubt (Stand 10. Oktober 2026). Einige andere Länder haben den Blauen Lotus verboten, darunter Polen, Lettland und Russland. Mehr dazu unter Rechtslage.
Weiterlesen: die Pflanzenwahl mit allen Aussaatzeiten, das Kräuterbeet für trockene, sonnige Plätze und die Kakteen aus Samen.




